Sonntag, 13. August 2017

Blogtour: Depression - Was ist das?











Depression – Was ist das?
Heute an Tag fünf soll das Thema der Blogtour Depression sein. Aber was ist eine Depression eigentlich?






In Deutschland leiden c.a 4 Millionen Menschen an Depression – einer psychischen Störung. Viele davon wissen es noch nicht einmal. 10 – 15% haben Suizid-Gedanken. Die Krankheit ist oft unterschiedlich und nicht bei jedem gleich. Zudem sieht man einer Person eine Depression nicht unbedingt an. Ich selbst war sehr lange depressiv, verschiedene Dinge die zusammen kamen, hatten es ausgelöst. Und es gibt heute auch noch Tage, wo ich alles hinschmeißen könnte und lieber aufgeben würde.


Ich habe für diese Blogtour einen kurzen Text geschrieben. Der Text beruht auf meiner eigenen Erfahrung und so kann man sich vielleicht besser vorstellen, wie man sich fühlt. Und wie gesagt, eine Depression läuft nicht bei jedem gleich ab.


Ein depressiver Tag:
Ein neuer Tag beginnt. Noch immer liege ich in meinem Bett. Ich fühle mich leer und am liebsten würde ich einfach liegen bleiben. Für mich alleine sein, ohne das ich mir eine Maske aufsetzten muss. Zum zweiten Mal klingelt der Wecker. Mit viel Mühe setzte ich meine Füße auf den Boden. Noch dreimal tief durchatmen, mich sammeln und ein Lächeln aufsetzten. Denn nur so kann ich den Tag überstehen. Das Leben wurde für mich zu einem Alptraum, der niemals endet. Ich habe Angst vor der Welt. Ich habe Angst davor, was in den nächsten Jahren noch passieren wird. Schon oft habe ich daran gedacht, es einfach hier und jetzt zu beenden und stand auch schon ein paarmal kurz davor. Ich ziehe die Tür hinter mir zu, gehe jede Stufe einzeln nach unten, um den Gang nach draußen zu verzögern. Die Welt ist für mich nicht bunt und fröhlich, sondern grau und traurig. An manchen Tagen kann ich meine Gefühle nicht kontrollieren und die Leute fragen mich, was los sei. Ich habe gelernt, dass es leichter ist zu sagen „es geht mir gut“ anstatt zu erklären, dass man ein Problem hat. Meine Gedanken schwirren nur um einen Satz. Heute Abend hast du es geschafft. Heute Abend, begegne ich wieder meinen zwei Freunden, der Klinge und den Tränen. Die Depression bestimmt mein Leben. Jede einzelne Handlung, die ich mache. Jeden einzelnen Gedanken den ich habe. Einfach alles und ich kann einfach nichts dagegen tun. Die alltäglichen Probleme, die hinzu kommen, sind für mich 100 mal belastender als für einen Menschen ohne Depression. Und ich bin so müde. Müde von dieser ignoranten Welt, müde von all den Problemen und müde von mir selbst. Wie oft habe ich mir schon gedacht, dass eine andere Person mein Leben mehr verdient hat als ich. Ich habe es nicht verdient. Ich nutze es doch eh nicht. Es sind acht Stunden vergangen. Ich mache mich auf den Heimweg. Ich renne sogar fast, um schneller zu Hause zu sein. Endlich, endlich bin ich alleine. Ich sitze auf meinem Bett und meine Tränen fließen automatisch. Oft breche ich auch einfach zusammen, solche Tage nenne ich "die schwarzen Tage". Ich weine Stunde für Stunde und irgendwann, wenn meine Tränen getrocknet sind, hole ich meine Klinge. Die Selbstverletzung wurde ein Teil von meinem Leben. Nur so kann ich sicher gehen, dass ich überhaupt noch etwas fühle und am Leben bin. Dann fließen meine Tränen erneut, bis ich irgendwann eingeschlafen bin und der Teufelskreis von neuem beginnt.


Auch der Protagonist Jona aus „Sternwärts“ leidet an Depressionen und ich konnte nur zu gut nachvollziehen, wie er sich fühlt. Meiner Meinung nach wird Depression noch zu sehr totgeschwiegen. Man erfährt Ignoranz und wird ausgeschlossen. Ich sage immer „unsere Menschheit muss noch sehr viel lernen“. Ich habe Hoffnung das offener über dieses Thema geredet wird und sich auch mehr Menschen trauen Hilfe zu suchen, anstatt den Freitod zu wählen. Daher finde ich es sehr gut, dass es Autoren wie Jenna gibt, die sich darüber Gedanken machen und solch wundervolle Geschichten zaubern.


Falls ihr auch darunter leidet, sucht euch Hilfe. Ich habe mich meinen engsten Freunden anvertraut und das hat mir echt geholfen. Ich habe mich viel mit Lesen und Musik hören abgelenkt oder bin stundenlang spazieren gegangen.

Depression ist nicht ansteckend!

Ich kann euch Sternwärts nur ans Herz legen und ich hoffe euch hat mein Beitrag zur Blogtour gefallen. Schaut auch unbedingt bei den anderen vorbei. ♥

Kommentare:

  1. Hallöchen :-)
    Ich finde es toll das in diesem Roman das Thema: Depression eine Rolle spielt und das Werk sicher zu was ganz besonderem macht! Danke für deinen Beitrag dazu.
    VLG Jenny

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  2. Vielen Dank für den tollen Beitrag und deine offenen Worte <3

    Ich finde es schlimm, dass Depressionen heute noch so ein "Tabu-Thema" sind. Als wenn man es sich wünschen würde, depressiv zu werden.
    Ich weiß genau, wie du dich fühlst. Von diesen schwarzen Tagen hatte ich auch einige. Meistens habe ich es noch nicht einmal geschafft, morgens aufzustehen. Mir war einfach alles zu viel. Lebensmittel einkaufen war für mich unmöglich, ich hab's einfach nicht geschafft. Irgendwann bin ich dann vom Bett aufs Sofa und habe dort geweint oder weiter geschlafen.
    Ich habe mich Gott sein Dank auch Menschen anvertraut und mir geht es seit Anfang des Jahres wieder sehr gut.

    Ich wünsche dir alles Gute <3

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  3. Hallo Tamy,

    Du hast echt einen sehr schönen Text geschrieben, liebe Tamy 👍🏻 .
    Ich wünsche dir nur das Beste und grüße dich lieb.

    Monia

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  4. Liebe Tamy, dein Beitrag ist so ehrlich und gleichzeitig traurig und berührend ... Vielen Dank dafür!
    Ich drücke dich ganz fest und wünsche dir viele helle, fröhliche Stunden <3

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