Montag, 13. März 2017

Blogtour - Wofür kämpfe ich

Wofür kämpfe ich?

Heute ist der vierte Tag der Blog Tour zu Splitterleben und gleichzeitig auch der Offizielle Erscheinungstermin. Ich hoffe, euch gefällt mein Beitrag und viel Spaß.
 
Es gibt Momente im Leben, an denen man einfach nicht mehr kann. Man liegt zusammengerollt am Boden und hat einfach keine Kraft mehr aufzustehen. Ja, am liebsten würde man liegen bleiben und die Welt von unten betrachten. Nachdem aber keine Tränen mehr fliesen, fängt man an Nachzudenken und fasst neuen Mut.“

Die 17 Jährige Mia, aus dem neuen Buch von Jenna Strack, erkrankt an Lupus.
Jetzt werden sich viele bestimmt fragen, was Lupus ist, dass hatte ich mich am Anfang nämlich auch gefragt. Lupus ist eine Autoimmunerkrankung, in dem das Körper eigenen Immunsystem gegen den Körper reagiert. Dabei werden oft Haut und innere Organe geschädigt. In dem jungen alter, ist es natürlich schwer zu verstehen, dass man nicht mehr genau so leben kann, wie vor der Diagnose. Das muss Mia eben erst lernen, dass das Leben trotz Erkrankung weiter geht, eben nur anders aber trotzdem schön. Genau wie Mia, musste ich schon sehr oft kämpfen und eben das, erzähle ( schreibe ) ich jetzt. 

Jenna Strack

Ich habe wirklich schon sehr oft am Boden gelegen. Ich hab am Boden gelegen und wollte nie wieder aufstehen, einfach liegen bleiben und für immer schlafen.
Während ich schlief, hatte ich für diesen Zeitraum keine Last zu tragen, die ich sonst jeden Tag mit mir rumschleppe. Es fing eigentlich schon im Kindergarten an, ich wurde von den anderen ausgelacht, weil ich anders, weil ich dunkelhäutig bin. Ich konnte es nie verstehen, schließlich bin ich so auf die Welt gekommen und das ist doch normal. In der Grundschule ging es weiter, nicht nur die Kinder hatten mich von oben herab angesehen, sondern auch die Lehrer. Schließlich habe ich nicht in dieses „Klischee“ gepasst. An Tagen, wo es mir richtig schlecht ging, hatte ich mir gewünscht, einen Vater zu haben, der mich beschützt, der hinter mir steht und überhaupt auch mich versteht, dem war leider nicht so, da dieser sich aus dem Staub gemacht hatte, als ich noch sehr klein war.

Ich war in zwei verschiedenen Kindergärten, in zwei Grundschulen und in zwei Realschulen. Und alles nur wegen meiner Hautfarbe...

Als ich in der ersten Realschule war, war Anfangs noch alles inordnung. Nach und nach wurde es immer schlimmer. Das war für mich der Punkt, an dem ich morgens aus dem Haus gegangen war, aber nicht zur Schule. Ich bin immer mal nur ein, zwei Tage in der Woche zur Schule gegangen. Ich wollte damit ein Zeichen setzten, dass es nicht mehr geht. In dieser Zeit, fing ich auch an, mich selbst zu verletzten, da ich keinen anderen Ausweg wusste. All die Wut, die Trauer und die Verzweiflung hatten sich in mir aufgestaut, die Selbstverletzung war eben ein Weg, den Druck für einen kurzen Moment von mir los zu bekommen.

Das ging so lange weiter, bis sie mich von der Schule geschmissen haben und meinten ich gehöre ja auf die Sonderschule. Wenn ich das jetzt so schreibe, muss ich echt drüber lachen. Meine Mum hatte mich natürlich nicht in die Sonderschule gesteckt, sondern mich bei einer anderen Realschule angemeldet. Schließlich bin ich nicht Dumm, nur weil ich dunkelhäutig bin. Und ja, da war auch nicht immer alles rosig, aber ich wurde älter, hab an Erfahrung gesammelt und wusste mich zu wehren. Doofe Sprüche hatten mir immer weniger ausgemacht, bis ich sie irgendwann komplett ignoriert hatte.

Nur noch die Selbstverletzung begleitet mich bis heute...
Wobei, was heißt bis heute. Eigentlich habe ich es so gut wie überwunden. Aber ich weis, es werden noch sehr viele Tiefs kommen, ich muss nur anders damit umgehen. Und dafür kämpfe ich, und ich glaube, man wird immer im Leben kämpfen. Es ist eine Lebenslange Aufgabe, die wir alle erfüllen müssen. Als ich damit anfing, hatte ich selbst im Hochsommer nur Langarm Sachen getragen und hatte mich eigentlich nur noch in mein Zimmer eingeschlossen. Hier mal ein Zitat, welches meine damalige Situation sehr gut beschreibt.

So ist das Leben, sagte der Clown und malte mit Tränen in den Augen, ein lächeln ins Gesicht.“

Immer gelacht, obwohl es mir dreckig ging...

Auf Fragen, „Wie geht es dir“, habe ich immer mit gut geantwortet, obwohl es nie so war. Was mir sehr stark aufgefallen ist, man kann so scheiße aussehen wie man möchte, wenn man auf eine Frage wie es einem geht, mit gut antwortet ist es den Leuten doch eh egal. Also wozu seine Zeit mit ewig langen Erklärungen verschwenden. Nur meiner besten Freundin konnte ich immer alles anvertrauen.

Nach der Schule, hatte ich relativ schnell eine Ausbildung gefunden und im Sommer diesen Jahres, schaffe ich auch hoffentlich meine Abschlussprüfung.

Ich arbeite im Verkauf, auch da werde ich immer noch von der Seite angeschaut. Leute, die mich eine Zeit lang anstarren, weil ich fließend Deutsch spreche. Dabei ist deutsch meine Muttersprache, ich bin in Deutschland geboren und aufgewachsen und wenn überhaupt, kann ich nur ein paar Brocken englisch. Es kamen schon so oft Leute zu mir und fragten, ob ich den aus Afrika käme und ob ich nicht die Freundin vom Nachbarsjungen wäre, der hätte ja immer dunkelhäutige Mädchen bei sich. Sorry Leute, aber kann man vorher nicht mal überlegen bevor man spricht??? 

 
Das gute an der ganzen Sache ist, dass es mir nichts mehr ausmacht. Ich bin eben so, und werde mich nicht verstellen, nur weil es anderen so passt. Um so zu denken, habe ich sehr lange gekämpft. Und natürlich war es nicht der einzige Kampf in meinem bisherigen Leben, aber der schwierigste. Man wird immer für irgendetwas kämpfen müssen, dabei darf man nur nicht aufgeben. Und trotzdem, sollte man besondere Momente im Leben genießen, es ist nicht immer alles schlecht. Das meint man nur, weil es einen sehr belastet.

Das ist mein Kampf. Der Kampf gegen mich selbst und mich selbst zu akzeptieren. Was ich euch noch mit auf den Weg geben möchte, verschwendet nicht eure Zeit. Wir haben nur diese eine Chance, und diese sollten wir nutzen und in vollen Zügen genießen. Hört nicht darauf, was andere über euch sagen oder denken. Ihr seid gut so, wie ihr seid. Schließlich sind wir alle einzigartig und wirklich kein Mensch auf dieser Erde ist perfekt.

Für mich war es nicht leicht das ganze so nieder zu schreiben. Mit diesem Beitrag, möchte ich auch alles hinter mir lassen, und damit abschließen.

Auf Instagram, verlose ich noch Goodie Tüten mit kleinen Extras und einen Ebook Gutschein von Splitterleben. Schaut auch noch bei den anderen vorbei, alles tolle Beiträge bis jetzt. ♥











Kommentare:

  1. Liebe Tami, dein Beitrag macht mich sprachlos. Ich hatte gedacht, dass wir in Deutschland lange über den Punkt hinweg sind, an dem jemand wegen seiner Hautfarbe blöd angeschaut wird :-( Es macht mich traurig, dass du so etwas erleben musstet (und immernoch erleben musst)! Letztendlich werden all diejenigen, die jemanden wegen seiner Hautfarbe anstarren, auch diejenigen sein, die andere wegen einem nicht nachgefärbten Ansatz, einer schiefen Nase oder einer zu engen Leggings zum Lästerobjekt machen; das sind Menschen, die immer etwas finden, das sie an anderen stört, damit sie selbst sich besser fühlen können. Solche Menschen sind einfach nur armselig ... Ich wünsche dir, dass du denen nicht mehr oft begegnest und dass du mit dem Thema für dich abschließen kannst. Fühl dich gerückt!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Heute, kann ich zum Glück über solche Kommentare lachen...der Weg dahin war nicht einfach aber ich bin stolz auf meine jetztige Denkweise. Es wird immer Leute geben, denen iwas nicht passt, aber hey, das ist mir echt egal geworden. Und ich hoffe auch, dmit richtig und auch für immer abschließen zu können. Danke liebe Jenna. <3

      Löschen
  2. Wow, das es wirklich so schlimm ist in Deutschland bekommt man leider kaum mit, da alles immer schön geredet wird und allgemein auch ziemlich oberflächlich ist...habe zumindest ich das Gefühl.
    Ich finde toll, dass du dich nicht mehr versteckst und dich dem stellst, denn du hast es garnicht nötig dich vor solchen Menschen zu verstecken. Finde ich allgemein widerlich Menschen auf ihre Hautfarbe zu reduzieren :( Danke für deine Ehrlichkeit - Du bist toll, bleib so wie du bist. Drücke Dich Maus ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, es wird alles leider immer schön geredet in unserer Gesellschaft. Aber so ist das, und aussenstehende, bekommen das meist nicht mit. Danke liebes. ♥

      Löschen