Montag, 22. August 2016

Interview mit Cristina Haslinger

Heute habe ich ein Interview mit der lieben Cristina Haslinger für euch. Ihr Fantasy Roman "Lichterregen" war ihr erstes eigenes Buch, welche sie veröffentlicht hat. Ich bin schon sehr gespannt drauf es zu lesn und werde euch natürlich berichten, wie es mir gefallen hat. Nun viel Spaß bei dem Interview. ♥

Liebe Cristina, danke, dass du dir die Zeit nimmst, um die Fragen zu beantworten.
Damit wir Dich besser kennenlernen, würdest Du Dich uns bitte kurz vorstellen?Mein Name ist Cristina Haslinger, ich bin 33 Jahre jung und lebe mit Mann und Kater im Norden von Hamburg. Ich bezeichne mich gern als Halbzeit-Autorin, was bedeutet, dass ich nebenher noch meinen regulären Beruf in der Logistikbranche ausübe. Ich bin ein echter Familienmensch, weshalb auch nicht verwundert, dass es in meinem ersten Roman um eine Familie geht.

Ist „Lichterregen“ Dein Erstlingswerk und worum geht es?
Lichterregen ist insofern mein Erstlingswerk, als dass dies das erste Buch ist, das ich vollendet habe und dann auch gleich veröffentlicht. Dabei geht es um die 22-jährige Emily, die plötzlich herausfindet, dass sie in der Zeit reisen kann. Eher zufällig transportiert sie ein starkes Gefühl zurück an den Ort und in den Moment, als sie in ihrer Kindheit vom Tod ihres Vaters erfuhr. Völlig durcheinander, versucht sie, ihren Alltag weiterhin zu bewältigen als wäre nichts gewesen. Doch die merkwürdigen Ereignisse häufen sich, und so stolpert sie direkt in das große Geheimnis, das ihre Familie lange Zeit vor ihr geheim gehalten hat. Auf einmal sieht sie sich mit der Aufgabe konfrontiert, in die Vergangenheit zu reisen und dort die Visionen ihrer Mutter zu erfüllen. Und wäre das alles nicht kompliziert genug, tritt plötzlich Daniel in ihr Leben, ein Zeitreisender aus der Zukunft, den ein rätselhafter Brief direkt zu Emily geführt hat. Keiner von beiden versteht den Sinn hinter dem Ganzen, und so setzen sie das Puzzle Stück für Stück zusammen, während Emily noch mit ihren Gefühlen ringt.
Der Leser begleitet die Protagonistin nicht nur durch die Vergangenheit, sondern vor allem auch in ihre Gefühlswelt. Mir war wichtig, dass man immer versteht, was Emily gerade fühlt und wie es ihr dabei geht. Ich hoffe, das ist mir gelungen.

Wie ist das Cover von „Lichterregen“ entstanden?
Auch wenn ich gern zeichne und male, war mir von Anfang an klar, dass ich Hilfe bei der Erstellung des Covers benötigen würde. Photoshop, und wie all diese tollen Tools heißen, ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln. So war ich unheimlich froh und dankbar, als sich mein guter Freund Dougal bereit erklärte, mir bei dem Cover zu helfen. Zusammen haben wir den Hintergrund besprochen und die Grafiken hin- und hergewürfelt.  Wobei er wirklich wahnsinnige Geduld bewiesen und jede Änderung immer wieder mit einem Lächeln ertragen hat. Die Buchstaben, die „LichterRegen“ formen, habe ich selbst gemalt, und Dougal hat diese dann digitalisiert und eingefügt. Das Motiv an sich ergibt sich aus meiner persönlichen Vorstellung von dem Lichterregen, wie ich ihn in dem Buch beschreibe.

Wie hast Du auf die erste Rezension zu Deinem Buch reagiert?
Natürlich habe ich mich unheimlich gefreut! Der Moment, in dem man sieht, dass es eine Rezension gibt, man den Inhalt aber noch nicht kennt, ist fast wie ein kleiner Herzinfarkt. Zum Glück machen es einem die Sterne relativ leicht, abzusehen, wie das Urteil ausgefallen ist. Auch jetzt, nachdem ich schon einige Rezensionen erhalten habe, freue ich mich immer wieder darüber, wenn mir die Leser auf den verschiedensten Wegen ihre Meinung mitteilen. Das spornt mich unheimlich an und versüßt mir den Tag. Also immer gern mehr davon!

Schreibst Du gerade an einem neuen Roman? Wenn ja, kannst Du uns etwas darüber erzählen? Oder ist gerade ein anderes Projekt in Planung?
Aktuell schreibe ich noch an der Fortsetzung zu „Lichterregen“. Zwar spukt mir seit einiger Zeit eine neue Idee im Kopf herum, aber ich möchte im Moment die Zeit, die ich zum Schreiben habe, dazu nutzen, das aktuelle Projekt abzuschließen. Das Spannende bei neuen Geschichten ist, dass man sich ganz frei machen, und die Ideen einfach laufen lassen kann. Bei einer Fortsetzung muss man sich natürlich an die Gegebenheiten der ursprünglichen Geschichte halten, was eine ganz eigene Herausforderung ist. Aber es macht mir auch super viel Spaß, die kleinen Verbindungen zu dem ersten Teil zu knüpfen, damit dem Leser eine spannende Auflösung geboten wird. Ich bin unheimlich gespannt, wie die Bewertungen ausfallen werden, wenn die ersten Leser den Abschluss der Geschichte kennengelernt haben.

Hattest Du mal das Gefühl gehabt, alles hinschmeißen zu wollen?
Mehr als einmal! Wenn man als „Hobby-Autor“ den Entschluss fasst, sein Werk zu veröffentlichen, läuft man immer wieder gegen Wände, die man einfach nicht hat kommen sehen. Mir war nicht klar, dass es so etwas wie „Buchsatz“ oder „Formatierung“ gibt, als ich mich eines Abends hingesetzt und die ersten Worte getippt habe. Auch habe ich mir nie darüber Gedanken gemacht, welche Schriftart zu verwenden ist, oder wie breit der Seitenabstand sein muss. Das klingt jetzt alles banal, allerdings, wenn man das Dokument schon 24 mal bearbeitet hat und einem erst dann auffällt, dass noch etwas grundlegend geändert werden muss, steigt der Blutdruck doch merklich. Trotzdem bin ich froh und auch stolz, dass ich mich durchgebissen habe, und ich weiß auch, dass vieles, was ich beim ersten Versuch gelernt habe, mir bei zukünftigen Projekten helfen wird.

Welcher Protagonist liegt Dir besonders am Herzen und Warum?
Natürlich muss hier die Antwort „Emily“ heißen. Die Geschichte ist aus ihrer Sicht geschrieben und wir bekommen jede Gefühlsregung hautnah mit. Ich habe eine sehr enge Bindung zu meiner Protagonistin aufgebaut und ihr ein Eigenleben gegeben. So sehr, dass sie mich ab und zu noch überrascht, indem sie in einer Situation einfach nicht so reagiert, wie ich es mir ursprünglich ausgedacht habe. Das klingt jetzt etwas verrückt – ist es vielleicht auch.
Außerdem habe ich Margrit unheimlich gern. Neben Emily und Erika ist sie die Figur mit der ausführlichsten Hintergrundstory. Es gibt viele Geheimnisse und Details, die vielleicht niemals den Weg in das Buch finden werden, aber trotzdem da sind. Für mich ist sie einfach die gute Seele der Familie, auf die man nicht verzichten möchte.

Sind alle Deine Protagonisten frei erfunden?
Ja, tatsächlich habe ich alle Figuren frei erfunden - bis auf Kater Käfer, der im wahren Leben allerdings „Shiva“ heißt und nicht ansatzweise so mutig ist, wie im Buch. Für den Verlauf der Geschichte sind die Charaktere sehr wichtig, danach habe ich die Figuren dann geformt. Allerdings bediene ich mich gerne an Orten aus dem wahren Leben, zum Beispiel der Aufteilung oder Einrichtung einer Wohnung. Auch habe ich hier und da kleine Situationen eingefügt, die ich selbst erlebt habe oder die mir zugetragen wurden. Besonders für die Aufenthalte in der Vergangenheit war ich froh um einen breiten Schatz an Erzählungen von meiner Oma.

Hast du Dich auf ein Genre festgelegt?
Eigentlich habe ich mir noch keine Gedanken darüber gemacht, ob ich mich festlegen möchte. Allerdings weiß ich, dass mir Fantasy unheimlich Spaß macht. Wobei ich in der Regel auf spitze Ohren verzichte und mich lieber damit beschäftige, was passieren würde, wenn in meiner eigenen Realität auf einmal etwas außergewöhnliches geschehen würde. Wie würdest Du damit umgehen, wenn sich vor Dir plötzlich die Erde auftut und ein Tor in eine andere Dimension aufgeht? Ich finde diese Überlegungen unheimlich inspirierend.

Erzähl uns doch, wie Du zum Schreiben gekommen bist?
Lichterregen" ist mein erster veröffentlichter Titel, auch wenn ich, wie so viele Autoren, eigentlich „schon immer“ geschrieben habe. Früher allerdings mehr für mich selbst oder natürlich für die Schule. Vor ein paar Jahren habe ich dann angefangen, hunderte von Seiten „Harry Potter Fanfiction“ zu schreiben. Spätestens da war mir bewusst, dass das Schreiben immer ein Teil von mir sein wird.

Wenn Du nur ein Buch behalten könntest, welches wäre das?
Ganz klar: „The Picture of Dorian Gray“ von Oscar Wilde. Ich liebe die Geschichte und noch viel mehr die Art wie Oscar Wilde die Dinge zu Papier bringt.

Erzähl uns doch, wie so ein „Autorenleben“ abläuft? Bleibt alles beim Alten oder verändern sich einige Dinge?
Wenn ich soweit wäre, von meinen Büchern leben zu können, würde ich die Frage sicherlich ganz anders beantworten. Für mich hat sich nicht so wahnsinnig viel verändert, bis auf die Tatsache, dass ich ständig etwas um die Ohren habe. Freizeit ist rar geworden, auch wenn ich mein Tempo selbst bestimme. Aber seit der Veröffentlichung von „Lichterregen“ gibt es immer etwas zu tun. Sei es eine Leserunde oder Gewinnspiele zu leiten, die Leser über die sozialen Medien auf dem Laufenden zu halten oder ganz einfach zu schreiben. Seit ein paar Wochen hat sich die erste Aufregung aber ein bisschen gelegt und ich finde wieder mehr Zeit für andere Dinge und vorallem die Ruhe, um meine Gedanken ab und zu mal fliegen zu lassen.

Hast Du eine Sammelleidenschaft, wenn es nicht gerade Bücher sind?
Eigentlich würde ich diese Frage mit „nein“ beantworten, allerdings habe ich letzt beim Aufräumen festgestellt, dass ich unheimlich viele Steine besitze. Von den meisten weiß ich gar nicht mehr, wo ich sie her habe. Außerdem bin ich stolze Besitzerin von fünf Stoffschafen – die Herde wächst!

Kannst Du uns ein Buch empfehlen, welches Dir besonders am Herzen liegt?
Da gibt es eine ganze Reihe von Büchern, die ich unheimlich toll fand. Mein Buchgeschmack ist sehr breit gefächert. Neben der „Bartimäus“-Reihe von Jonathan Stroud habe ich auch viel Spaß mit „Der Schrecksenmeister“ von Walter Moers gehabt. In den letzten Monaten habe ich einige Bücher von „Indie-Autoren“ entdeckt und hier auch das Glück gehabt, das eine oder andere vorab lesen zu können. Besonders gefallen hat mir der Dreiteiler „Von Wölfen und Vampiren“ von Stephanie Wittern und „Zwischenwelt – Die Welt zerbricht“ von Jill Noll, das voraussichtlich im September erscheinen soll.

Welche Hobbies übst Du neben dem Schreiben aus?
Ich bin leidenschaftliche Kinogängerin. Außerdem koche und backe ich sehr gern und liebe es, Freunde und Familie dazuhaben. Ich gehe gern schwimmen oder verkrieche mich auch mal ein ganzes Wochenende mit einem Buch.

Besitzt Du Haustiere?
Unsere kleine Familie wird durch unseren alten, dicken Kater Shiva komplettiert. Nachdem sein Bruder vor einiger Zeit gestorben war, hatten wir versucht, ihm einen neuen Spielgefährten zu besorgen. Allerdings hat sich herausgestellt, dass der werte Herr seine Dosenöffner nicht mehr teilen möchte. Und so bleiben für den Moment nur wir Drei.

Welchen besonderen Ort, würdest Du wählen, wenn Du die Wahl hättest?
Einen Ort zu wählen finde ich schwierig. Natürlich hat man sofort blaues Wasser und weißen Sand vor Augen. Doch ich liebe Hamburg und genieße es, mitten in der Stadt zu leben, auch wenn ich auf lange Sicht vielleicht doch den Stadtrand bevorzugen würde. Außerdem bin ich gern bei meiner Familie in Südspanien. Die wunderschöne, hügelige Landschaft ist einfach atemberaubend. In den letzten Jahren habe ich aber auch die Täler und Seen Österreichs für mich entdeckt. Also wie Du siehst, ist es für mich unmöglich, nur einen Ort zu benennen. Auch gibt es viele Orte, die eine magische Anziehungskraft auf mich ausüben, obwohl ich noch nie dort war: Kanada, Irland, Chile, die Arktis… Ich könnte ewig so weitermachen.

Hast Du ein Lebensmotto, nachdem Du strebst?
Fairness. Viel zu schnell hat man sich auf seine eigene Sichtweise festgelegt oder hält Menschen immer wieder alte Streitigkeiten vor. Auch wenn es mir nicht immer gelingt, versuche ich, so etwas zu vermeiden. Wäre es nicht eine wunderbare Welt, in der die Menschen weniger streng miteinander umgingen und stattdessen von ihrem Gegenüber nicht mehr erwarten, als sie selbst in der Lage sind, zu geben?

Nun kannst Du Dich noch an die Leser wenden.
Erst in den letzten Monaten habe ich wahrgenommen, wie viele von Euch das Lesen lieben und regelrecht zelebrieren. Ich finde eure Rezensionen, Lesenächte, Blogtouren und Buch-Fotos einfach zauberhaft, und bin glücklich, ein kleiner Teil dieser bunten Gemeinschaft sein zu können. Vielleicht habt Ihr ja nun Lust bekommen, mich bei meinem Schreibabenteuer zu begleiten und mit Emily in die Vergangenheit abzutauchen. Besucht mich gern auf meiner Facebook-Seite, Twitter oder Instagram und lasst einen kleinen Gruß da. Ich wünsche Euch wunderbare Lesestunden!


Wenn sich bei mir, ein Tor zu einer anderen Welt/Dimension auftun würde, dann würde ich sie wahrscheinlich betreten. Einfach um herauszufinden, ob es sehr viel anders als jetzt ist. Vielleicht sogar besser oder schlechter, man weis es nicht.

Sehr  interessante Antworten liebe Cristina, danke dafür. Nun freue ich mich noch mehr, Deinen Roman zu lesen.
Wenn ihr neugierig auf den Fantasy Roman geworden seid, dann schaut doch mal hier nach. 

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